Die Bedeutung der Management Tools
Management Tools und Modelle sind heute aus keinem Unternehmen mehr wegzudenken, wenngleich sie von Experten teils sehr kontrovers diskutiert werden. Hierbei sollten Unternehmer, die sich den Einsatz verschiedener Management Tools, wie der Boston-Box oder dem 7S Modell, vorstellen können, erst einmal genau analysieren, was darunter zu verstehen ist. Denn aufgrund der vielfältigen Definitionen, die für nahezu jedes Management Tool heute bekannt sind, fällt es nicht leicht, die Kernessenz eines solchen Tools zu beschreiben.
Die Grundlagen der Management Tools
Management Tools haben es sich vor allen Dingen zur Aufgabe gemacht, die Analyse unterschiedlicher Unternehmensdaten für den Einzelnen zu vereinfachen. Sie stellen die IST-Werte des Unternehmens in stark vereinfachter Form dar. Dabei kann es schnell zu Problemen führen, da die Modelle oftmals nur einzelne Daten betrachten, die scheinbar relevant für die gewünschte Analyse sind. Eine Übernahme weiterer oder aller Daten ist dagegen nicht möglich, da das Modell in diesem Fall einfach zu komplex würde.
Wer beispielsweise die Boston-Box nutzt, der kann hierin den Marktanteil der eigenen Produkte auswerten und ihn ins Verhältnis zum Marktanteil der Produkte der Konkurrenz setzen. Völlig außer Acht gelassen werden dabei aber Produkte, die in der Zukunft entwickelt werden. Die Boston-Box gibt deshalb nur Aufschluss über den aktuellen IST-Zustand, nicht aber über zu erwartende zukünftige Entwicklungen. Aus diesem Grund sollten stets mehrere Management Tools eingesetzt werden, um aussagekräftige Analysen des eigenen Unternehmens zu erhalten.
Verschiedene Management Tools im Überblick
Wer sich nun intensiver mit den einzelnen Management Modellen befassen möchte, der sollte in jedem Fall darauf achten, dass er die richtigen Modelle und Tools anwendet. Hierbei lohnt sich ein Blick auf die Zuordnung verschiedener Modelle zu unterschiedlichen Perioden der Wettbewerbsintensität, die in der Nachkriegszeit von Ian Turner entwickelt wurden.
Er sieht drei Wettbewerbsintensitäten vor: Die Periode des stabilen Wachstums, die von 1945 bis in die Mitte der 1970er Jahre vorhielt, die Periode des Wettbewerbs, die Mitte der 1970er Jahre begann und 20 Jahre anhielt, sowie die Periode des Hyperwettbewerbs, den wir seit Mitte der 1990er Jahre kennen. Das wirtschaftliche Umfeld ist heute geprägt, durch sehr schnelle und starke Veränderungen, die Unternehmensziele entwickeln sich ständig weiter, sind kaum vorhersehbar und die Strategie des Unternehmens muss ebenfalls stetig angepasst werden. Hierbei kommen Branchengrenzen und deren völlig neue Definition in Betracht, sowie eine völlig neue Ausrichtung des Unternehmens, aber auch die Beziehung zu Geschäftspartnern muss heute ganz anders gepflegt werden. Dieser Periode des Hyperwettbewerbs ordnet Turner die Chaostheorie, die Spieltheorie, aber auch die Industry Breakpoints als Management Tools zu.
Bei der Periode des stabilen Wachstums ist das wirtschaftliche Umfeld von Wachstum und Chancen geprägt. Die Ziele des Unternehmens sind vorwiegend in der Steigerung des Umsatzes und der Streuung des Risikos zu sehen, die Strategien verfolgen fast immer die Expansion des Unternehmens. Zugeordnete Management Tools sind laut Turner die Ansoff´s Matrix, das Lebenszyklusmodell, sowie die bereits erwähnte Boston-Box.
Die Periode des Wettbewerbs ist dagegen durch zyklisches Wachstum und Wettbewerb geprägt. Hauptziele der Unternehmen sind das reine Überleben, sowie die Steigerung der Profitabilität. Als Strategien werden die Restrukturierung, die Rückbesinnung auf das Kerngeschäft, sowie das Marketing in Nischen angewendet. Als Management Tools kommen hierbei die Porters Generische Strategien, die Kernkompetenzen und das Busines Process Reengineering in Frage.